Die BOS werden digital
PROJEKT:
Smart Glasses in der Gefahrenabwehr (BOS)
📌 Projektdaten auf einen Blick
Projektbezeichnung: Smart glasses bei der Feuerwehr
Projektstart: 1. August 2026 (Kick-off)
Projektberichte: Im Rahmen der FT2027 in Hamburg (31.3-2.4.2027)
Projektstatus: Nicht Öffentlich (KRITIS)
Trägerschaft & Leitung: Ein Projekt von www.feuerwehr-digital.eu, Projektleitung: Mag. Franz Petter
🎯 Projektziele & Kernfokus
Das Projekt schlägt die Brücke zwischen moderner Consumer-Technologie und behördlichen Sicherheitsanforderungen. Der Fokus liegt primär auf der Führungsunterstützung ab der Gruppenkommandanten-Ebene, CBRNE-Fachberater (kein ungesicherter Innenangriff, sondern strukturierte Lageführung im sicheren Bereich):
Hardware-Evaluierung & Marktsichtung: Welche Smart Glasses eignen sich für den BOS-Alltag der Führungsdienste und rückwärtigen Dienste (Vorbeugender Brandschutz, Dokumentation, Erste Hilfe, ...) (Arbeitsschutzbrillen nach EN 166, optische Personalisierung für Brillenträger, Dual-Use im zivilen/sportlichen Bereich)?
Einsatz- und Prozessintegration: Entwicklung passgenauer Anwendungsoptionen für alle Feuerwehren und BOS-Aktivitäten (Vor, während und nach Einsätzen – u. a. schnelles Objekt-Scanning bei Hotel-Begehungen, freihändige Point-of-View-Dokumentation [POV] und KI-gestützte Echtzeit-Analysen im Hintergrund wie Gefahrgut- oder Kennzeichen-Erkennung).
Sichere Anwendung & Datenschutz (DSGVO): Ausräumung von Datenschutzbedenken
Erweiterte Handlungsfelder: Erforschung von Hybrid-Kommunikationsstrukturen
Berücksichtigung von Synergieeffekten mit anderen digitalen Erkundungsmethoden (Bodycam, Smarte Uhren, usw.)



Update 29.10.2027 Smart Glasses: Wenn Gerichte Fakten sprechen lassen – Kein Verbot ersetzt den Hausverstand
Die Debatte um Smart Glasses hat eine neue, hochspannende Wendung genommen. Während in der Öffentlichkeit und in den Medien oft reflexartig nach Totalverboten gerufen wird, zeigt die Realität vor Gericht und im Einsatz: Pauschale Verbote sind juristisch haltlos und gehen am eigentlichen Problem vorbei.
Der Fall, der die Debatte anheizt: Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts
Auslöser für eine neue Welle politischer Reaktionen in Österreich war ein aufsehenerregender Fall an einem Wiener Gymnasium. Ein Schüler hatte dort über Monate hinweg eine Smart Glasses (Modell Ray-Ban Meta) im Unterricht getragen. Da sich Lehrkräfte und Mitschüler durch das blosse Vorhandensein der Kamera unwohl fühlten, verhängte die Schule ein internes Verbot. Nach mehrfachen Suspendierungen wurde der Schüler schliesslich der Schule verwiesen.
Die Familie zog vor das Bundesverwaltungsgericht (BVwG) – und bekam recht:
Verdacht reicht nicht aus: Das Gericht hob den Schulausschluss auf, da die Schule keinerlei konkrete Beweise für tatsächliche unerlaubte Aufnahmen vorlegen konnte.
Abstrakte Ängste sind kein Grund für harte Strafen: Das Gericht stellte klar, dass ein so drastischer Schritt wie ein Schulausschluss nicht auf Basis von bloßem Unbehagen oder der reinen technischen Möglichkeit einer Aufnahme erfolgen darf, solange kein nachgewiesenes Fehlverhalten vorliegt.
Als Reaktion darauf legte der österreichische Digital-Staatssekretär Alexander Pröll ein differenziertes Stufenmodell vor – statt eines blinden Totalverbots fordert die Politik nun klare Regeln, Transparenz und den Schutz sensibler Bereiche (wie Schulen oder Umkleiden), ohne jedoch den technologischen Fortschritt abzuwürgen.
Warum das Urteil unsere Sicherheitsstrategie bestätigt
Aus Sicht des Brand- und Katastrophenschutzes sowie des Sicherheitsmanagements ist dieses Urteil ein wichtiges Signal:
Rechtstaat statt Hysterie: Der Rechtsstaat unterscheidet zu Recht zwischen einer echten Straftat (einer unzulässigen, heimlichen Aufnahme) und dem legalen Besitz bzw. Tragen moderner Technologie. Wer das Gerät an sich verbieten will, verlässt den Boden des Verhältnismässigkeitsprinzips.
Die Smartphone-Doppelmoral bleibt ungelöst: Jedes moderne Smartphone in der Hosentasche oder Dashcams im Auto filmen und zoomen ungleich unauffälliger und weiter als jede Smart Glasses. Dennoch fordert niemand ein generelles Smartphone-Verbot im öffentlichen Raum.
Schutz für Lebensretter und Inklusion: Ob für Ersthelfer, die per freihändigem Video-Notruf Leben retten, oder für sehbehinderte Menschen, die auf KI- und Cloud-Assistenz angewiesen sind – die Technologie muss geschützt bleiben.
Fazit für unser Projekt:
Die aktuellen Entwicklungen in Wien und Berlin zeigen: Symbolpolitische Verbote scheitern vor den Gerichten. Was wir brauchen, sind keine veralteten Verbotszonen. Schon jetzt darf man weder mit Drohne, noch mit Smartphone, noch mit Smart glasses etc. bestimmte Aufnahmen machen. Das Ziel ist vor allem der freie Weg für den sicherheitskritischen Einsatz in unseren Blaulichtorganisationen.
Sicherheit entsteht durch Kompetenz und klare Regeln – nicht durch das Verteufeln von Fortschritt.
Hier auch noch ein ganz wesentlicher Aspekt:
Laut amtlichen Statistiken und Erhebungen des Bundesgesundheitsministeriums sowie des Deutschen Reanimationsregisters erleiden allein in Deutschland jährlich rund 60.000 bis 70.000 Menschen außerhalb von Krankenhäusern einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand.
Das ungenutzte Potenzial: Fachgesellschaften und Gesundheitsbehörden betonen übereinstimmend, dass bei einer sofortigen und optimal angeleiteten Herzdruckmassage durch Ersthelfer jährlich bis zu 10.000 Menschenleben zusätzlich in Deutschland (und hochgerechnet über 1.000 in Österreich) gerettet werden könnten.
Die Rolle von Smart Glasses: Das Hauptproblem bei Notrufen über ein klassisches Smartphone ist, dass der Helfende das Gerät in der Hand halten muss und somit keine Hand für die lebensrettende Herzdruckmassage (oder das Stoppen starker Blutungen) frei hat. Durch cloud- und video-basierte Smart Glasses kann eine Bürgerin den Notruf in Sekunden freihändig absetzen. Die Leitstelle wird direkt auf das Sichtfeld geschaltet, korrigiert Frequenz und Druckpunkt in Echtzeit, während der Ersthelfer beide Hände durchgehend am Patienten behält.
Smart Glasses fungieren hierbei als technologischer Hebel, um das volle theoretische Potenzial der 10.000 potenziell rettbaren Leben im Ernstfall tatsächlich auf die Straße zu bringen.
Weitere Hintergründe zur Bedeutung der ersten Minuten bei der Reanimation zeigt dieser Ersthelferfilm zur Reanimation auf YouTube.
Quelle: Petter/29.10.2026 im Rahmen unseres Projektes Smart glasses bei der Feuerwehr recherchiert!
https://youtu.be/3MsHAdpZxMQ?si=RQl-r--2K1VHIIwy

